As this is mostly relevant to my german readers I decided again for a german language entry this time!
Richard Gutjahr und sein Team haben sich mit der Rundshow ein großes Projekt vorgenommen: Man möchte nicht mehr und nicht weniger, als das Fernsehen zu revolutionieren. Während klassische Medien und Social Media heutzutage eher parallel nebeneinander her laufen soll die Rundshow beide Welten vereinen. Das diese Idee dann gerade bei einem eher konservativen Sender wie dem Bayerischen Rundfunkt angegangen wird überrascht dann doch ein wenig. Aber sicher hat Richard an den richtigen Stellen lange genug gebohrt ;-)
Seit Wochen wird das Thema nun auch schon in den diversen Sozialen Medien wie Twitter, Facebook und wahrscheinlich auch Google + (da bin ich nicht aktiv) rauf und runter diskutiert. Klar, man will/muss ja auch möglichst schnell eine entsprechend große Zuseher- und Teilnehmergemeinde erreichen … denn das Projekt ist erst mal auf 4 Wochen begrenzt.
Damit hat man sich aber auch selber eine ziemlich hohe Messlatte gesetzt. Welpenschutz fast ausgeschlossen. Aber dessen war man sich sicher von Anfang an bewußt.
Also mit iPhone (für die interaktive Rundshow App), iPad für den Rundshow Twitterfeed und … ach ja … dem klassischen Fernseher bewaffnet pünktlich um 23 Uhr bereit gesessen. Vorher noch kurz dem Vorspann im Stream gefolgt und dann gings los …
… mit den Problemen! Also nicht technischen Problemen der Sendung. Da hat eigentlich alles geklappt. Nein, eher mit den eigenen Unzulänglichkeiten.
Nun bin ich halt keine 22 mehr (eher das doppelte) und auch kein mulitaskingfähiger WoW-Spieler - aber aufgrund privatem Interesse und beruflicher IT-Tätigkeit doch den Umgang mit der modernen Technik gewohnt. Aber trotz allem stellte sich schnell das Gefühl der Überforderung ein. Frei nach dem Motto “Da waren sie wieder meine drei Probleme” hieß es dem interessanten Inhalt folgen, Tweets lesen bzw. schreiben und über die App applaudieren bzw. abstimmen. Sicherlich wird sich das Ganze noch einspielen … aber im Moment hatte man während und auch nach der Sendung ein gewisses “Overkill”-Gefühl.
Leider ist deswegen auch der Inhalt ein wenig zu sehr hinten runtergefallen. Gefühlt war das Hauptthema aber ein bisschen zu langgezogen. Vielleicht macht es mehr Sinn zwei (recht Unterschiedliche) Hauptthemen zu behandeln und diese dafür etwas knackiger zu verarbeiten. Wobei man sich in dreißig Minuten mit beiden Varianten wohl immer schwer tut (zu lang oder zu oberflächlich sind da die u.U. wenig begeisternden Alternativen).
Aber wie war das jetzt überhaupt mit der Interaktion? Nun, der Twitterstream ist heißgelaufen und der Hashtag #Rundshow war in Deutschland das Top Trendingtopic. Aber Twittern und Fernsehen ist erst mal nichts so dramatisch Neues. Es ging ja um die wirkliche Interaktion mit den Zuschauern.
Leider ist die erst mal deutlich zu kurz gekommen. Und ich rede hier nicht vom reinen Einblenden der Tweets (was auch eher sporadisch geschehen ist). Nein, mir geht es dabei um die wirkliche Interaktion … also das Eingehen auf Tweets und das sich Einlassen auf die unvorhergesehenen Wendungen die so eine Sendung dann nehmen kann. In der jetzigen Form wird ein feststehendes Script abgespult und der Zuschauer kann seine Meinung auf verschieden Arten kundtun. Das ist nett - aber eben auch keine wirkliche Interaktion.
Trotz allem, ein Rohrkrepierer war die Sendung sicher nicht (und ein bisschen Welpenschutz hat jeder verdient) … aber auch die Revolution ist bisher ausgeblieben.
Man hat sich ehrenvoll durch die Premiere gekämpft steht jetzt aber vor einem Haufen Arbeit damit am Ende die Merheit der Meinung ist “das war Spitze” und “we want more”. Schafft man das nicht wird die Rundshow als ambitioniertes Experiment in die Geschichte des Bayerischen Fernsehens eingehen.
Ich bin jedenfalls schon auf die nächsten Folgen gespannt!

Notes/Domino is far away from being dead or killed. I think it’s like the new black backpacks for the LS 2012 attendees. There may be only black outside … but there’s a lot of yellow inside ;-)

